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credo
wenn ich architektur erlebe, über sie rede oder an sie
denke, steht dies immer in verbindung mit erinnerungen
und erfahrungen. viele dieser stammen aus meiner lehr-
zeit, aus dem studium, büchern, aus exkursionen, reisen
oder gesprächen. am liebsten erlebe ich architektur eins
zu eins. sie ist etwas haptisches, etwas zum anfassen.
man kann architektur nur durch architektur erleben, bilder
sind nur eine mehr oder weniger schlechte abbildung da-
von. skizzen sind etwas wunderbares. wenn mich ein ge-
bäude berührt wird durch sie dieses zu einer lebendigen
erinnerung. wie auch bei musik oder düften erwecken die
zeichnungen sie wieder zum leben. dieser aspekt des emo-
tional unfassbaren, von dem ein ort oder unort imprägniert
sein kann, spielt in unserer wahrnehmung von architektur
eine große rolle. ist es eng oder weit? licht oder düster?
wie kalt, warm, glatt oder rauh fühlt sich etwas an? er-
innerungen prägen unser leben. sie sind wie eine art werk-
zeugkasten, eine sammlung an erfahrungen, auf die wir
zurückgreifen können. durch sie sind wir in der lage uns
dinge vorzustellen. gebäude sind etwas wunderbares, sie
sind
unsere kleidung gegen den wind und regen, der ersatz
für unseren abgeworfenen pelz. gebäude besitzen eine
seele. man lebt nicht nur in einem haus, man lebt mit dem
haus. man lebt architektur. man fühlt sie, spürt sie. mit
liebe und leidenschaft. voller freude. mit herzblut. | fvhh
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